Meine Erfahrungen mit Radsport Bekleidung
Stand: 27.06.2017   Update Rennhelm
Die Anfänge
Meine ersten Kleidungsstücke habe ich vor vielen Jahren in Bocholt bei ROSE gekauft, als ich mit dem Cyclocross fahren angefangen habe. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass es billige Kleidung mit dem Rose-Logo auch tut. Bereits nach einem Jahr war ich um einiges schlauer. Ausgeleierte BIB, schlechtes Sitzpolster, flatteriges Shirt, irgendwie war das alles nicht das Gelbe vom Ei.
Also ab in das nächste Extrem, was gibt es an Herstellern von teurer Radbekleidung. Ein kurzer Exkurs zu Adidas/Mavic (die beiden Hersteller arbeiten diesbezüglich zusammen) war auch nicht das Richtige.
Als nächstes habe ich gelernt nur noch asymetrisch zu kaufen: Winterkleidung im Frühsommer und Sommerkleidung im Winter Ausverkauf. Die Preisdifferenzen bei den teuren Marken von bis zu 70% sind enorm. Einziges Problem, man bekommt nicht mehr alle Grössen. Wer sehr kleine oder besonders grosse Kleidergrössen hat wird hier aber ganz sicher immer bedient werden können!
Jetzt kam zu meinem Crosser auch noch mein Rennrad dazu mit der Tendenz mehrheitlich >100Km/Tour zu fahren. Nach ein wenig Lektüre und positiven Empfehlungen im Internet habe ich den Wechsel zu dem kanadischen Hersteller SUGOI gewagt.
Mit einer BIB und Trikot aus der Reihe RS habe ich angefangen. Da ich damit und insbesondere mit dem Sitzkissen besonders zufrieden war bin ich nun seit vielen Jahren mit Sugoi liiert, allerdings nicht mehr so ganz glücklich. Inzwischen habe ich mich zu einem absoluten Fan von Castelli entwickelt. Bisher war ich noch von keinem einzigen Kleidungsstück enttäuscht, im Gegenteil!
Zu allem, was jetzt kommt noch eine kurze Anmerkung um den Verschleiss in Relation zur Nutzung setzen zu können: Ich fahre im Sommer/Übergangszeit mit 3 Sätzen (ca 10T Km/Jahr), im Winter mit 1 Satz (ca 2000km/Jahr).

SUGOI
SUGOI BIB: Ich trage nur BIB mit dem besten Sitzkissen von Sugoi, heisst die Typreihe RS und RSE. Das Sitzkissen ist über jeden Zweifel erhaben, die Polsterung ist sehr gut, insbesondere bei langen Touren. Man hat aber nicht so eine extreme "Windel" wie in den Assos Hosen, von denen ich eine mal Testen durfte.
Die RS und RSE Serien unterscheiden sich im verwendeten Stoff und minimal im Sitzkissen, wobei die RSE als teuerstes Produkt absolut überzeugen. Marathons=RSE BIB!
Jetzt kommt allerdings das ABER. SUGOI ist sehr hochpreisig. Die Stoffqualität, Tragekomfort etc überzeugen mich immer noch vollkommen, allerdings scheint dies immer mehr zu Lasten der Haltbarkeit zu gehen. Als erstes lösen sich die Nähte im Schrittbereich durch das Scheuern am Sattel. Als nächstes verliert die BIB ihre Kompressionsfähigkeit und zuguterletzt ausgerechnet bei dem teuersten Produkt, der RSE, löst sich Innen die Verklebung des Polsters. Das konnte ich zwar mit Textilkleber wieder richten, darf aber bei einer BIB mit einem Listenpreis von ~200€ niemals passieren!
Neben den kurzen Hosen habe ich auch zwei lange BIB für den Winter/Übergangszeit. Sie haben das gleiche Polster und sind sehr angenehm zu tragen. Die Wärme-/Wind- und Regenisolierung ist bei den Hosen wirklich gut, auch die Passform bleibt gut erhalten, allerdings lösen sich die Hosen im Schritt komplett auf, nicht nur die Nähte sondern auch der Stoff neigt dazu schnell durchzuscheuern.

SUGOI Shirt: Ein wenig Eitel habe ich zu allen BIB auch die passenden Kurzarm-Shirts. Wie die Hosen relativ teuer aber klasse Material. Bei den Shirts gibt es nur eines zu bemängeln: Obwohl als racefit beworben (racefit=passend für Körperhaltung am Rennrad und enganliegend) sind ausnahmslos alle Shirts hinten nicht lang genug, nahezu gerade statt asymetrisch geschnitten.

SUGOI Jacken: Meine wichtigste Jacke im Kleiderschrank: SUGOI HELIUM. Eine extrem dünne, leichte Windjacke, welche auch leichte Regenschutzfähigkeiten hat. Bei letzterem sollte man aber nicht zu viel erwarten. Die Helium ist mir so wichtig, weil sie mir schon öfters meine Gesundheit bewahrt hat. Da sie federleicht ist und platzmässig keine Ansprüche stellt, habe ich sie bei unsicheren Wetterbedingungen immer in der Trikotasche dabei. Auch bei Gebirgsfahrten ist sie bei Abfahrten unverzichtbar. Ihr einziger Nachteil: hinten wieder etwas zu kurz und da nicht elastisch und sehr dünn im Wind flatterig. Vorsicht wer sehr grosse Hände hat, der Ärmelbund ist nicht elastisch daher bekommt man seine Hand nicht durch die enge Öffnung!
Die auch von vielen anderen Herstellern inzwischen vertriebenen Softshell Jacken unterscheiden sich meiner Meinung nach nicht sehr von der Konkurrenz. Empfehlen möchte ich sie trotzdem nicht. Grund ist nach wie vor der zu kurze Rücken und für mich nervig: trotz racefit Logo werfen ausnahmslos alle Jacken auf der Brust eine Riesenbeule, wenn man in STI- oder Unterlenkerhaltung fährt. Soetwas darf bei racefit nicht sein!

CRAFT
Von CRAFT habe ich auf Grund eines Rausverkaufs bei Wiggle die teuerste BIB (220€) für <70€ kaufen können. Gut, dass sie so billig war. Es ist meine ungeliebteste Hose. Das Polster ist zu klein und im vorderen Bereich zu kurz geschnitten, Material relativ dünn (das muss im Hochsommer kein Nachteil sein), die Träger zu kurz und verliert beim Tragen schnell seine Kompressionsfähigkeit. Irgendwie passt sie nicht so richtig. Ich trage sie inzwischen nur noch auf Kurzstrecken oder aber auf der Rolle. Von mir für CRAFT daher keine Empfehlung.

CASTELLI
Castelli Jacke: Auf der Suche nach einer Jacke für die Übergangszeit bin ich nach Ausschluss von SUGOI recht schnell auf die CASTELLI gestossen.
Es gibt nahezu kein Pro-Team, welches nicht die CASTELLI GABBA fährt. Inzwischen weiss ich auch warum.
Endlich eine Jacke, die absolut eng am Körper anliegt, nahezu wie eine zweite Haut. Das Material ist sehr gut dehnbar, Innen aufgerauht, das Atmungsaktivste, das ich je benutzt habe. Es isoliert Super gegen Wind, hat eine leichte Wärmewirkung und einen recht guten Nässeschutz. Da ich die Jacke bis zu einem Temperaturbereich von etwa 8-18° fahren wollte (ich bin eine absolute Frostbeule, lieber Schwitzen als Frieren!) ideal für mich.

Die GABBA gibt es in zwei Ausführungen: als rein langärmelige Jacke oder aber mit Zip-Ärmeln. Ich habe mich für abnehmbare Ärmel entschieden. Ein Entschluss, den ich heute wieder treffen würde. Die Art und Weise, wie die Ärmel befestigt sind ist genial, denn man hat nach der Abnahme kein Tria-Shirt, sondern ein normales Kurzarm-Shirt. Dieses Konstrukt hat den positiven Nebeneffekt, das gerade der Schulter und Oberarmbereich bei Kälte doppelt abgedeckt ist.

Im März habe ich diese Jacke mit einem Merino-Unterhemd bis 5° Aussentemperatur gefahren. Wer weniger Kälteempfindlich ist wird das bestimmt noch unterbieten können.
Inzwischen habe ich mir für den Winter eine zweite Gabba zugelegt. Dieses mal allerdings die Longsleeve in der Farbe neongelb. Im Gegensatz zur Convertible hat die Longsleeve an jeder Seite einen langen Reisverschluss, mit welchem ein netzunterfütterter Belüftungszugang geöffnet wird. Ansonsten unterscheidet sie sich nicht von der gerade beschriebenen Convertible.
Diese Jacke ist meine Top Empfehlung, sie sollte in keinem Kleiderschrank fehlen!
Hier noch ein Link zum Test der Gabba in der
Velomotion.
Inzwischen ist die 3.Generation der Gabba auf dem Markt, nennt sich nun aber PERFETTO!
Castelli Bibshort NANO
Nachdem mich die Jacke ausserordentlich schnell überzeugt hatte und meine langen Sugoi BIB Auflösungserscheinungen zeigen habe ich mir die Castelli Produktlinie weiter angesehen und bin auf die NANO BIB gestossen, welche aus dem gleichen Material wie die Jacke besteht. Dazu gibt es auch die passenden Beinlinge. Beides bestellt und fahre nun schon seit März '15 keine lange BIB mehr sondern nur noch die CASTELLI GABBA. Auch zu der sehr stretchigen und komprimierenden BIB kann ich nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen. Da das Material prima mit Regen umgehen kann für mich auch erste Wahl an kühlen, regnerischen Sommer- oder Herbsttagen.

Castelli BIB Tight SORPASSO
Nach meinen guten Erahrungen mit den Sommerartikeln habe ich nun auch den Versuch mit Winterkleidung von Castelli gestartet. Die Sorpasso wurde dabei so gelobt, dass ich sie mir als erstes Winterkleidungsstück zugelegt habe.
Als ich sie das erste mal in der Hand hatte dachte ich: Fehlkauf! Sehr leicht und dünneres Material als meine Sugoi BIB, die für den gleichen Temperaturbereich ausgelegt ist. Das Material fühlt sich gut an, ist auch wieder sehr stretchig, sitzt wie ich es mag, wie eine zweite Haut.
Nach jetzt etwa 10 Ausfahrten von >2 Stunden Dauer muss ich der BIB allerdings bessere Wärmequalitäten attestieren als ich dachte. Gefühlt dann doch kein Unterschied zur schwereren und dickeren Sugoi.
Da ich mir zwischenzeiltich eine zweite Gabba Longsleeve in neongelb zugelegt habe passt die mit gleichen Applikationen versehene BIB zu 100% optisch dazu, ist also auch was für das Auge, auch wenn das nicht das entscheidende Kriterium ist.
Wie sich die Haltbarkeit der BIB beweist braucht es allerdings noch einige Monate intensiver Nutzung. Ich bin gespannt. Mein erstes Fazit zu der BIB ist jedenfalls sehr positiv.

Castelli Bibshort ENDURANCE X2
Optisch eher unauffällig, ganz in schwarz, ausgestattet mit dem besten Sitzpolster von Castelli. Ausgelegt als BIB für die Langstrecke. Ich muss aber sagen, dass ich zu den anderen BIB von Castelli auf meinen Standardstrecken bis zu 130Km keinen grossen Unterschied merke. Sie sitzt super, gute Kompression und leiert scheinbar nicht so schnell aus wie meine letzten Sugoi-Hosen.

Castelli Bibshort FREE AERO RACE
Optisch etwas ansprechender, bunter. Sitzt einwandfrei, verfügt auch über das beste Polster von Castelli. Auch bei dieser BIB stimmt die Kompression der Oberschenkel. Ist wirklich extrem eng beim Anziehen, aber ist man erst mal in der Hose drin ist alles so, wie ich es mir vorstelle.

Castelli Bibshort VOLO
Mal ein Test mit einer BIB, vom Preis her eine Stufe unterhalb der Free Aero Race. Ich muss sagen die Hose hat mich überrascht. Nahezu kein Unterschied zur teuren Variante. Lediglich das Polster wird hier in der Standardversion "Kiss Air" verwendet. Es ist etwas dünner als die Pro Variante, ich komme damit aber prima klar. Diese BIB ist eine echte Kaufempfehlung!

Castelli Shirt CLIMBER'S 2.0
Eine absolute Kaufempfehlung! Waren für mich die Sugoishirts schon eine Klasse für sich übertrifft dieses Trikot alles, was ich bisher kannte. Extrem leicht, dünn, sehr angenehm auf der Haut, sitzt perfekt, nichts flattert. Obwohl es leicht durchsichtig ist war ich erstaunt, dass es trotzdem bei Temperaturen um die 20° für eine optimale Temperatur gesorgt hat. Und das, wo ich temperaturtechnisch ein Weichei bin. Bei diesem Shirt wurde ein für mich idealer Ausgleich der Materialien im Front- und im Rückenbereich gefunden. Vorne etwas dichter und am Rücken  dünner mit einem optimalen Transport des Schweisses nach Aussen. So richtig nass geworden bin ich damit auch, nach dem Regen war es aber in wenigen Minuten Fahrt wieder trocken. Einfach top!

Castelli Shirt IRIDESCENTE
Optisch wenig aufregend, ziemlich neutral in schwarz gehalten habe ich dieses Trikot ausgewählt, da es einen gewissen Windschutz bietet. Es ist in der Tat das wärmste Shirt von Castelli für den Sommer. Bei Temperaturen >23° würde ich es daher nicht mehr tragen, da ziehe ich die extrem leichten Shirts von Castelli doch vor. Es ist auch im Gegensatz zum Climber's nicht so extrem auf Bodyfit geschneidert, sitzt minimal lässiger. Ist für mich ein Shirt für die langen Touren im Frühjahr oder Herbst, kombiniere ich in der Regel mit der Endurance Bibshort.

Castelli FLANDERS WARM
In der kalten Jahreszeit war wieder mal ein neues Baselayer erforderlich. Meine Merino-Wäsche hat schon ein wenig an Substanz verloren und Ersatz war nötig. Nach meinen guten Erfahrungen mit den Castelli-Produkten also wieder mal dort in die Klamottenkiste gegriffen. Für 50€ im Sonderangebot gar nicht so teuer dachte ich aber bei der ersten Prüfung des Materials, dass ich das Geld beim Fenster raus geworfen habe. Konnte man fast durchschauen, sehr leicht, ganz anders als die schwerere Merinowäsche. Aber ich habe mich getäuscht, diese leichte Stück Stoff konnte voll und ganz mit den 180er Merinohemden mithalten. Da ich ja eine Frostbeule bin und lieber schwitze als friere habe ich das FLANDERS WARM bei etwa 5-6 Grad unter der Gabba2 getragen. Das war für mich gerade noch so ok.
Vom Tragegefühl auf jeden Fall eine glatte Eins dafür. Wem es für welche Temperaturen aber noch warm genung ist vermag ich nicht zu beurteilen.

Auf einigen Internetseiten war die Empfehlung zu lesen CASTELLI immer eine Nummer grösser zu kaufen. Das kann ich definitiv nicht bestätigen, wenn man seine Kleidung wie eine zweite Haut tragen möchte. Selbst unter die sehr eng anliegende Gabba passt durch die Dehnfähigkeit des Materials noch ein dickes Unterhemd. Ich würde also nach der auf der CASTELLI-Seite aufgeführten Masstabelle kaufen, ausser man ist Bauchträger.
Mein Fazit zu CASTELLI: Ich werde der Marke eine Chance geben und nach Verschleiss meiner SUGOI BIBs und Trikots Ersatz bei diesem Hersteller kaufen. Auch wenn das Polster von Castelli nicht ganz dem von SUGOI entspricht überzeugt das Material in Qualität, Tragekomfort und so wie es scheint auch Haltbarkeit auf der ganzen Linie!


Regenkleidung
Ein Thema, worüber man heftig diskutieren kann. Auf eine Behauptung möchte ich mich aber von vorne herein versteifen: Die von vielen Herstellern beworbene Atmungsaktivität mag messbar sein, ich als Träger merke davon aber nichts. Egal welches xxx-TEX Material ein Hersteller verwendet, man schwitzt unter diesem Zeug. Man fragt sich wirklich was nun besser ist, von Innen durch Schweiss nass oder von Aussen durch den Regen.
Von Noname bis Adidas und Nike habe ich Regenkleidung im Schrank. Das ist alles nur ein Notbehelf, wenn man wirklich bei strömenden Regen raus muss. Als Alternative würde ich jetzt bei unsicheren Wetterbedingungen nur noch CASTELLI GABBA fahren, obwohl das kein 100%-iger Regenschutz ist! Die Gabba gibt es inzwischen schon in der dritten Generation und der Erfolg dieses Konzeptes hat die meisten Bekleidungshersteller veranlasst ähnliches Material auf den Markt zu bringen. Die einzig vergleichbare Lösung bietet allerdings nur GORE!
Überschuhe nutze ich zwei verschiedene: Wind- und Thermoschutz die dicken Neopren-Überschuhe von  Zwölfender und als normalen Regenschutz die ZAP von SUGOI, mit denen ich sehr zufrieden bin. Sie passen gemäss der Grössenangabe vom Hersteller, sind sehr stark reflektierend und dicht (allerdings konstruktionsbedingt nicht von unten!).

Auf Empfehlung gekauft, getestet und als absolut empfehlenswert empfunden ist der Latexüberzieher
VELOTOZE. Kostet in der Langversion etwa 20€, gibt's in den verschiedensten Farben.
Was ist hier anders? Problem bei den Schuh-Päservativen ist ja immer, dass irgendwann doch das Wasser von oben in den Schuh rein läuft. Das passiert hier nicht. Zuerst zieht man den Velotoze an, danach den Schuh und jetzt erst wird der Velotoze von oben über den Schuh gezogen. Da das Latex komprimierend fest am Bein anliegt ist dem Wasser jeglicher Zugang von Oben verwehrt. Diese Überzieher lassen sich auch gut als Windschutz verwenden. Was besseres habe ich bisher noch nicht gefunden!
Einen kleinen Tipp habe ich aber noch. Wer bei Regen keine nassen Füsse haben will sollte trotz Velotoze die Einlagen aus seinen Schuhen mal herausnehmen und alle Belüftungsöffnungen in der Sohle mit Klebeband verschliessen!


Rennradschuhe
Ein schwieriges Thema, denn für Schuhe gilt das Gleiche wie für den  Helm oder den Fahrradsattel. Jeder Kopf/Fuss/Ar... ist anders!!!
Hier möchte ich erst gar keine Empfehlung oder Meinung aussprechen, denn für diese Teile gilt: Test im Internet durchlesen, anschliessend zwingend anprobieren und erst dann kaufen!
Jede Produktempfehlung egal von wem ist definitiv nicht auf den geneigten Leser übertragbar.
Alle Hersteller nutzen in der Produktion in der Regel ihr eigenes Typmass des betreffenden Körperteiles. Das heisst, wenn ich vom Hersteller A einen passenden Schuh gefunden habe, passt in der Regel auch ein anderer Schuh dieses Herstellers.
Was die Grössen angeht gilt auch für Beide das Gleiche. Der Schuh sollte beim Anprobieren auf keinen Fall irgendwo drücken. Insbesondere im Fussballenbereich spreizt sich der Fuss bei Belastung. Wer hier zu eng kauft wird Leiden müssen!
Man kann daher im Groben nur zwischen Herstellern unterscheiden, die schmale oder breite Leisten als Schuhmodell anbieten.
Hersteller von schmalen Schuhen sind z.B.: Sidi, Northwave, Specialized
Hersteller von eher breiten Schuhensind z.B.: Shimano, Sidi, Northwave, Scott, Bontrager
Dem aufmerksamen Leser wird jetzt aufgefallen sein, dass es bei der Aufzählung zwei Doppelnennungen gibt. Das liegt daran, dass die beiden Firmen "codiert" breitere Schuhe anbieten. Radschuhe von Northwave werden in halben Größen angeboten. Allerdings sind die Radschuhe in der halben Größe nicht länger wie die Angabe suggeriert sondern breiter! Wenn also der normale Radschuh in 42 zu schmal ist, sollte man einen 42,5 probieren.
Ähnlich ist es bei Sidi, nur wird hier nicht die Grössenangabe missbraucht sondern die breitere Variante zur Grösse trägt den Beinamen MEGA.


Fahrradhelm
Die Auswahl an Helmen ist riesig. Ich würde auch hier als erstes die Testberichte der einschlägigen Bike-Magazine lesen um an die Vergleichswerte für Gewicht und wichtig Belüftung des Helminneren zu kommen. Anhand dieser Parameter würde ich dann eine Auswahl von 2-3 Helmen treffen, die mir möglichst auch optisch gefallen. Einen Helm nur nach Optik zu kaufen ist jedenfalls ein Kardinalfehler!
Was die Passform eines Helmes betrifft wiederholen sich meine Ausführungen zu den Rennradschuhen. Unterschiedlichste Kopfformen lassen sich niemals von einem Hersteller bedienen und jeder Hersteller hat ein anderes Kopfmodell, nach dem er seine Helme formt. Hier muss man tatsächlich anprobieren um das wirklich passende Teil zu finden.
Absolute Nogos sind drückende Helme oder Suppenschüsseln, die haltlos auf dem Kopf hin und her rutschen. Beim Anprobieren also den Helm aufsetzen und mit dem Kopfstirnband passend einstellen. Den Kinnriemen nicht schliessen und den Kopf nach unten halten. Jetzt sollte der Helm gerade so viel Halt haben, dass er nicht runter fällt, er darf nirgendwo drücken!
Einen Aspekt gibt es noch, den man bei der Erstauswahl beachten sollte: Die Anzahl der Grössen, die ein Hersteller anbietet. Einige Hersteller decken den Kopfumfang der Menschheit mit nur zwei verschiedenen Grössen ab. Das ist zu wenig, insbesondere dann, wenn man genau an der Grössenschnittstelle liegt. Da sieht dann das grössere Modell auf einem kleinen Kopf eher nach Suppenschüssel aus. Man sollte auch bedenken, dass man im Winter mit Untermütze 1-2cm mehr Kopfumfang benötigt!
Es ist daher ratsam eine Grösse zu wählen, die das Tragen eines Stirnbandes oder einer Kopfhaube noch ermöglicht. Hat ein Helm z.B. die Grösse 52-56 und passt beim Anprobieren gerade die 56 sollte man eine Nr grösser kaufen oder diesen Helm nur im Sommer fahren wollen.
Was meiner Meinung nach neben der Passform der wichtigste Faktor bei der Auswahl sein sollte ist die Belüftung des Helmes. Wirklich verwöhnt durch meinen UVEX Race5 habe ich im Rahmen einer Etappenrundfahrt einen MET Helm erhalten. Die Passform war super, wie für mich gemacht, aber ich habe noch nie unter einem Helm so geschwitzt wie unter dem MET. Bei Aussentemperaturen von über 30° ist das dann nicht mehr lustig und ich verstehe jetzt, warum einige Fahrer bei heissem Wetter den Helm am Lenker baumeln haben.
Eine wirkliche Empfehlung möchte ich bewusst nicht aussprechen, in Tests sieht man aber folgende Produkte immer ganz oben in der Bestenliste:
- UVEX Race 1 und UVEX Race 5
- GIRO Atmos II
- SPECIALIZED S3 Road


Danke für's Lesen!
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